Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
begründet 1700 als Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften
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Recycling illustration01
21. Oktober 2026

6. Rohstoffkolloquium der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin am 17. März 2027

Hans-Christoph Hobohm Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum-, Astrowissenschaften

Am Mittwoch, dem 17. März 2027, 10:00 Uhr findet im  CEDIO Konferenzzentrum, Storkower Bogen, Storkower Str. 207

das 6. Rohstoffkolloquium der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften statt.

Thema: Kritische Rohstoffe im Kreislauf – Recycling, Verwertung und Abfallminimierung

Die Reihe der Rohstoffkolloquien des Arbeitskreises GeoMUWA der Leibniz-Sozietät (https://leibnizsozietaet.de/category/arbeitskreise-2/ak-geomuwa/) behandelte bisher verschiedene Aspekte natürlicher Rohstoff- und Energieressourcen, z.B.

  • Kritische Rohstoffe, Gewinnung bis Entsorgung: Die Geowissenschaften als Problemlöser
  • Auswirkungen wachsender geo- und klimapolitischer Herausforderungen auf die Rohstoffversorgung Deutschlands und Europas
  • Kritische Rohstoffe – große Bedeutung und geringes öffentliches Bewusstsein
  • Das neue europäische Gesetz zu kritischen Rohstoffen – The Critical Raw Materials Act: Herausforderungen und Maßnahmen
  • Rohstoffe und Energiebereitstellung: Innovative Ansätze und Strategien für eine gesicherte und zukunftsfähige Energieversorgung

Das 6. Rohstoffkolloquium thematisiert die wachsende Bedeutung des Rohstoffrecyclings für die Rohstoffversorgung. Im Mittelpunkt stehen die Analyse aktueller Strategien sowie die Entwicklung von Technologien für ein wirtschaftliches und umfassendes Recycling – insbesondere kritischer Rohstoffe. Ziel ist es, Abfälle zu minimieren, die bergbaulichen gewonnenen Rohstoffe zu ergänzen und damit die mit deren Transport verbundenen CO₂-Emissionen zu reduzieren. Das Recycling komplexer technischer Produkte wie Smartphones, Solarmodule und Batterien von Elektrofahrzeugen erfordert innovative Lösungen für die Sammlung und Trennung von Materialien sowie eine hohe Flexibilität der Recyclingindustrie. Dies ist insbesondere aufgrund der sich rasch verändernden Materialien und Komponenten notwendig, die in diesen Produkten verbaut werden. Nur durch eine Steigerung der Recyclingquoten kann eine nachhaltige und zukunftsfähige Rohstoff- und Energieversorgung gewährleistet werden. Ziel des Kolloquiums ist es, eine interdisziplinäre Plattform für Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik zu schaffen, die den Ideenaustausch, die Entwicklung neuer Lösungsansätze und die Förderung gemeinsamer Projekte ermöglicht, um den aktuellen Herausforderungen der Rohstoffversorgung und Abfallminimierung gerecht zu werden.

Spezifische Themen sind:

  • Bedeutung des Recyclings für die Rohstoffversorgung
  • Materialanalytische Charakterisierungsmethoden für elektronischen Abfall
  • Recyclingmetallurgie von elektronischem Abfall
  • Rückgewinnung von Rohstoffen aus Haushaltsabfällen
  • Maßnahmen zur Motivation der Gesellschaft, ausgediente oder defekte Geräte effektiver für das Recycling zu sammeln
  • Optimierung von Sammelsystemen und Logistiknetzwerken für ausgediente und defekte Geräte

Am Vortag der Tagung, dem 16. März 2027 um 15:30 Uhr, sind die Tagungsteilnehmer zu einer Vorexkursion zum Kompostwerk Trappenfelde der RETERRA Service GmbH bei Berlin eingeladen. RETERRA verwertet deutschlandweit organische Abfälle und erzeugt daraus Produkte wie Komposte, Substrate, Bodendecker und Holzbrennstoffe zum Schutz natürlicher Ressourcen.

Anmeldungen von Beiträgen bitte an Axel Müller (a.b.muller@nhm.uio.no), Gerhard Pfaff (pfaff.pigmente@gmx.de), Christoph Hilgers (christoph.hilgers@kit.edu), Reinhard Greiling (r.o.greiling@kit.edu) oder Jochen Kolb (jochen.kolb@kit.edu) senden.

Sodann-Bibliothek-Flyer
21. Oktober 2026

Bericht zum Besuch der Peter-Sodann-Bibliothek in Staucha (Sachsen)

Hans-Christoph Hobohm Aus der Sozietaet, Mitteilungen Erfurt.J

Nachdem im November 2024 die Leibniz-Sozietät und die Peter-Sodann-Bibliothek eG (PSB) einen Kooperationsvertrag unterzeichnet haben, fand jüngst, am 13. Oktober 2026, ein weiteres Treffen von VertreterInnen beider Institutionen im sächsischen Staucha statt. Seitens der Leibniz-Sozietät nahmen Gerda Haßler, Larisa Schippel und Jürgen Erfurt teil. Im Zentrum dieser Kooperation steht, den einzigartigen Bestand an Schriftgut aus der Zeit von 1945 bis 1990, das in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR vertrieben und publiziert wurde, auch für wissenschaftliche Zwecke zu nutzen und dabei die PSB bei der Aufbereitung und Erschließung des Buchbestands mit wissenschaftlicher Expertise zu unterstützen.

Wieder war bei diesem Treffen Gelegenheit, sich in dem beeindruckenden Bestand an Literatur umzusehen. Hauptsächlich aber ging es darum, Ideen für konkrete Projekte zu entwickeln, die mit Fördermitteln aus Stiftungsgeldern umgesetzt werden sollen. Wenn man bedenkt, dass die Sammlung der PSB inzwischen etwa eine halbe Million Bücher und Dokumente umfasst, im Gut Staucha aber noch mehr als eine Million Bücher unsortiert „[…]indenBananenkistendesWestens“ lagern und darauf warten, geprüft und bibliographisch erfasst zu werden, dann liegt es nahe, nach Wegen zu suchen, wie die zeitlich anspruchsvolle und oftmals mühsame Titelaufnahme mit moderner Software und Technik effektiviert werden kann. Ein anderes Vorhaben orientiert sich daran, dass die PSB bislang über keine fundierte und strukturierte Dokumentation ihrer Geschichte verfügt, die über den kurzen Abriss auf der Homepage und bei Wikipedia hinausgeht. Eine solche Dokumentation ist nicht nur erforderlich, um dem Motto der PSB „…wider dem Vergehen“ in Bezug auf die eigene Geschichte als Institution gerecht zu werden, sondern, mehr noch, um Perspektiven für ihren weiteren Ausbau, ihre Nutzung, regionale Ausstrahlung und nationale und internationale Vernetzung zu entwickeln.

Schon heute ist die gemeinnützige PSB die national und international umfangreichste zusammenhängende und zugängliche Sammlung von in der DDR und der SBZ vertriebener und publizierter Literatur. Zugleich ist sie bestrebt, vorhandene Lücken im Bestand zu schließen. Während in der Vergangenheit das Hauptaugenmerk auf Belletristik und auf gesellschaftsrelevanter Literatur lag, ist die Sammlung von Werken aus Medizin, Natur-, Technik-, Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften lückenhaft, darunter auch von Lehrwerken der Universitäten, Hoch-, Ingenieur- und Fachschulen.

In diesem Sinne ergeht auch an Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Aufruf zu Buchspenden aus Ihren Fachgebieten und Ihren privaten Beständen an die Peter-Sodann-Bibliothek. Die Kontaktaufnahme ist unter info@peter-sodann-genossenschaft.de möglich.

17.10.2026, Jürgen Erfurt
erfurt@em.uni-frankfurt.de

21. Oktober 2026

Nekrolog auf unser Mitglied Prof. Dr. Klaus Steinitz

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Nekrologe Busch.U, Steinitz.K

Prof. Dr. Klaus Steinitz, MLS (1932-2026) (Foto: BBAW)

Am 7. Oktober 2026, wenige Tage vor Vollendung seines 94. Lebensjahres, ist Klaus Steinitz in Berlin verstorben. Mit ihm verliert die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. ein prominentes, vielseitig interessiertes und außerordentlich engagiertes Mitglied.

Klaus Steinitz wurde am 12. November 1932 in Berlin als erstes Kind einer deutsch-jüdischen Familie geboren. Der Vater, Wolfgang Steinitz, war ein bekannter Philologe und Ethnologe, die Mutter Hausfrau. Beide Eltern waren engagierte Kommunisten. Die Familie emigrierte 1934 in die UdSSR, 1937 dann nach Schweden, wo der Vater bis 1945 eine Professur erhielt. 1946 kehrte die Familie zurück nach Berlin, wo Wolfgang Steinitz in den 1950er Jahren eine politische und wissenschaftliche Karriere als ZK-Mitglied der SED, Hochschullehrer und Forscher, bis zum Vizepräsidenten der Akademie der Wissenschaften, durchlief. Die Familie Steinitz gehörte zur intellektuellen Nomenklatura der DDR.

Klaus Steinitz besuchte in Berlin die Oberschule und legte 1951 das Abitur ab. Mit 16 Jahren trat er der SED bei. Von 1951 bis 1956 absolvierte er an der Hochschule für Ökonomie ein wirtschaftswissenschaftliches Studium. Anschließend war er weiter als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule tätig. 1959 wurde er mit einer Arbeit über Die Stellung der Eisenmetallurgie im Reproduktionsprozess der sozialistischen Volkswirtschaft zum Dr. rer. oec. promoviert. Von 1960 bis 1963 war er Dozent für Politische Ökonomie des Sozialismus. 1963 habilitierte er sich an der Karl-Marx-Universität Leipzig zum Thema Die Faktoren des Wachstums der sozialistischen Produktion und ihre Wirkung in der Industrie der DDR. Im Anschluss nahm er eine Tätigkeit am Ökonomischen Forschungsinstitut der Staatlichen Plankommission der DDR auf. Bis 1971 war er Leiter der Abteilung Prognose, dann Leiter der Hauptabteilung Wissenschaft und Bildung. Im Zuge der Dritten Hochschulreform wurde er 1969 zum Professor für Volkswirtschaftsplanung an der Hochschule für Ökonomie ernannt. 1976 wurde ihm der Vaterländische Verdienstorden der DDR in Bronze verliehen. Klaus war mit Dr. Nadine Steinitz, der Tochter von Jeanne und Kurt Stern, zwei ebenfalls bis 1946 im Exil gelebten deutsch-jüdischen Kommunisten und Intellektuellen verheiratet.

Nach Beendigung seiner Tätigkeit in der Staatlichen Plankommission war Klaus Steinitz von 1980 bis 1989 stellvertretender Direktor des Zentralinstituts für Wirtschaftswissenschaften der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1988 erhielt er den Nationalpreis der DDR III. Klasse. 1989 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR gewählt.

In der Zeit des Umbruchs 1989/90 blieb Klaus Steinitz seiner politischen Überzeugung treu. Weder verließ er die Partei noch engagierte er sich in einer Bürgerrechtsbewegung. Bei der ersten freien Wahl in der DDR im März 1990 wurde er für die inzwischen zur Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) umbenannte SED als Abgeordneter in die Volkskammer gewählt, der er bis zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 angehört hat. Anschließend war er einer der 144 Volkskammerabgeordneten, die für die Zeit bis zur gesamtdeutschen Bundestagswahl im Dezember 1990 im Deutschen Bundestag saßen. Bis 1993 war er Mitglied des Parteivorstandes und des Präsidiums der PDS. Er beriet Gregor Gysi und Hans Modrow in Wirtschaftsfragen und war ein gern gesehener Referent auf Tagungen und Parteikonferenzen, aber auch auf politischen Bildungsveranstaltungen etwa der Ortsvereine oder des Seniorenclubs der PDS bzw. der Partei Die Linke.

Infolge der Abwicklung der Akademie der Wissenschaften der DDR ereilte ihn 1993, wie andere Akademiker, Funktionäre, Intellektuelle und Werktätige in der DDR auch, das Schicksal dauerhafter Arbeitslosigkeit. Er wurde in den Vorruhestand und schließlich vorzeitig in die Rente geschickt. Die Beendigung seiner beruflichen Tätigkeit und institutionellen Anbindung bedeutete jedoch keineswegs das Ende seiner politischen und wissenschaftlichen Betätigung, wobei hierzu anzumerken ist, dass er zwischen beiden Aspekten, zwischen der Wissenschaft einerseits und der Politik andererseits, nie einen Trennstrich gezogen hat. Im Zweifelsfall galt für ihn das Primat der Politik, welche er sich wissenschaftlich fundiert wünschte, was freilich nicht immer aufging. Kurz gesagt: Er ließ sich von dem politischen Umbruch nicht unterkriegen, sondern betrachtete die seit 1990 gründlich veränderten politischen, ökonomischen und sozialen Verhältnisse vielmehr als Herausforderung, der es zu trotzen galt. Am Marxismus und seiner politischen Überzeugung hielt er unbeirrt fest, egal was im Lande passierte und was um ihn herum diskutiert wurde. Hiervon zeugen seine Publikationen aus den 1990er und 2000er Jahren, seine Reden und Statements, die Funktionen und Ehrenämter, die er in dieser Zeit innehatte sowie die Vielzahl von Gesprächen, Diskussionen und persönlichen Begegnungen, auf welche seine Kollegen und Mitstreiter, Gleichgesinnte wie Andersdenkende, alte wie junge Menschen heute zurückblicken können. Bei all den Aktivitäten fand er noch genügend Zeit, ausgedehnte und lange Radtouren durch Deutschland zu unternehmen, sich mit Werken der bildenden Kunst zu beschäftigen und dem Familienleben zu widmen, in Berlin-Pankow, wo sein Haus steht, in Kloster auf Hiddensee, wo die Familie ein Anwesen besaß oder beim Ski-Laufen in der Schweiz.

Klaus Steinitz war seit deren Gründung im Jahr 1993 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Er hat durch zahlreiche Beiträge im Plenum und in der Klasse Geistes- und Sozialwissenschaften dazu beigetragen, die Debatten zu bereichern und durch seine genaue Kenntnis und Innenansicht der DDR mitunter auch diese zu qualifizieren. Insbesondere, wenn es um Fragen der Planwirtschaft in der DDR ging, war er ein kompetenter und streitbarer Diskutant, der mit Sachkenntnis und exakten Daten aufwarten konnte. Von 1991 bis 2009 war er Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaftspolitik beim Partivorstand der PDS bzw. der Linkspartei, von 1991 bis zuletzt war er Mitglied der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (Memorandum) und von 2005 bis 2011 Vorsitzender und dann Mitglied des Kuratoriums des Vereins „Helle Panke“.

Inhaltlich hatte sich Klaus Steinitz nach 1990 insbesondere mit Fragen der Deutschen Einheit und der Transformation Ostdeutschlands und Osteuropas beschäftigt. Ein wichtiges Thema war für ihn das Scheitern des Staatssozialismus als Gesellschaftsordnung. Er hat bis zuletzt versucht, die Erosion und das schließliche Ende des sozialistischen Experiments historisch zu begreifen und ökonomisch wie politisch zu erklären. Sein Bemühen, die Chancen für eine gegenüber dem Kapitalismus bzw. Neoliberalismus alternative Gesellschaftsentwicklung auszuloten, hat nie nachgelassen. Bis ins hohe Alter war er ein konsequenter Verfechter der kommunistischen Idee von der Möglichkeit einer besseren Gesellschaft. Mit seinem Tod verlieren wir einen beharrlichen Streiter für eine linke Politik und eine sich am Gemeinwohl orientierende Wirtschaftsordnung. Was bleiben wird, das sind seine Bücher: Joachim Bischoff/Klaus Steinitz. „Bevor alles zusammenbricht …“, Hamburg 1993: VSA; Klaus Steinitz: Chancen für eine alternative Entwicklung, Hamburg 2005: VSA; Heinz Dieterich/Hans Modrow/Klaus Steinitz: Sozialismus im 21. Jahrhundert, Berlin 2007: Homilius; Klaus Steinitz: Das Scheitern des Realsozialismus, Hamburg 2007: VSA; Ulrich Busch/Wolfgang Kühn/Klaus Steinitz: Entwicklung und Schrumpfung in Ostdeutschland: Hamburg 2009: VSA; Klaus Steinitz/Dieter Walter: Plan-Markt-Demokratie, Prognose und langfristige Planung in der DDR – Schlussfolgerungen für morgen, Hamburg: VSA; Klaus Steinitz: Zukunftsfähiger Sozialismus im 21. Jahrhundert, Hamburg 2018: VSA.

Vor allem aber bleibt die Erinnerung an ihn als einen konsequenten Planwirtschaftler, einem unbeirrt am Marxismus, am Sozialismus und am positiven Erbe der DDR festhaltenden Wissenschaftler und vielfältig engagiertem Leibnizianer. – Er wird uns fehlen.

Ulrich Busch

21. Oktober 2026

Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. trauert um die Biochemikerin Prof. Dr. Gisela Jacobasch, die am 2. Oktober 2026 in Wandlitz verstorben ist

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Nekrologe Gross.J, Jacobasch.G

Prof. Dr. Gisela Jacobasch, MLS (1935-2026) (Foto: G.Pfaff)

Prof. Dr. sc. nat. Gisela Jacobasch, geb. Kroggel, wurde am 4. Februar 1935 in Danzig geboren, sie starb am 2. Oktober 2026 in Wandlitz im Alter von 91 Jahren.

Die Wirren des II. Weltkrieges führten sie im März 1945 nach Schwerin und 1950 nach Berlin. Hier konnte Sie 1954 im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig der Pasteuerschule Berlin das Abitur absolvieren. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Medizinstudiums, Fachrichtung Stomatologie, im Jahre 1960 an der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin (Charite) verteidigte sie am Institut für Physiologische und Biologische Chemie unter Leitung von Prof. S. M. Rapoport ihre medizinische Promotionsarbeit, die mit „summa cum laude“ bewertet wurde.  Ihre Habilitation erfolgte 1970 an der Biowissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität mit einer Arbeit zum Thema „Regulation des glykolytischen Stoffwechsels roter Blutzellen“.

1970 wurde sie zum o. Dozenten und 1974 zur o. Professorin für Biochemie berufen. Bis zum Jahre 1995 arbeitete sie außerordentlich erfolgreich am Biochemischen Institut der Charité, als akademische Lehrerin für Studenten, Promovenden und Forschungsstudenten, als Leiterin einer Forschungsgruppe und als stellvertretende Institutsdirektorin. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten über die Kontrollenzyme der Glykolyse und des Pentosephosphatweges in roten Blutzellen und das auf der Grundlage dieser experimentellen Daten entwickelte mathematische Modell der Regulation der Glykolyse und des Pentosephosphatweges fanden breite internationale Anerkennung und wurden mit dem Rudolf Virchow-Preis geehrt (1972).

Immer war Sie bestrebt, die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zum Nutzen der Patienten einzusetzen, insbesondere zur Diagnostik und Therapie von hämolytischen Anämien infolge angeborenen Enzymdefekten und Malaria-Infektionen. Sie erkannte sehr früh, dass die unterschiedlich schwere Manifestation dieser genetischen Erkrankungen auf eine Vielzahl verschiedener Mutationen zurückzuführen ist. So konnte sie zahlreiche Mutationen erstmals identifizieren. Ihre Untersuchungen trugen dazu bei, die Häufigkeit von Transfusionen und Folgeerkrankungen zu senken und die Lebenserwartung der Patienten zu verlängern.

Nach ihrer Emeritierung im Jahre 1995 wechselte sie zum neu gegründeten Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. Dort arbeitete sie bis zum Jahre 2000 sehr erfolgreich als Leiterin der Abteilung „Präventiv-Medizinische Lebensmittelforschung“. Hier konnte sie wichtige Entwicklungen auf dem Gebiet der resistenten Stärke, der Flavonoide und des Microbioms vorantreiben.

Gisela Jacobasch förderte durch ihre Arbeit in verschiedenen gesellschaftlichen Gremien die kritische wissenschaftliche Diskussion. Sie war Mitglied der Biowissenschaftlichen Fakultät und Mitglied des Wissenschaftlichen Rates der Humboldt-Universität (1968-1971), Vorsitzende der Kommission Forschung der Medizinischen Fakultät Charité (1974-1990), Mitglied der Gruppe Biologie des Forschungsrates der DDR (1982-1990) und Mitglied des Präsidiums der Gesellschaft für experimentelle Medizin und des Koordinierungsrates der Medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaften der DDR (1983-1990). Im vereinigten Deutschland wirkte Gisela Jacobasch als Mitglied des Konzils und als stellvertretende Vorsitzende der zentralen Personal-Struktur-Kommission der Humboldt-Universität (1990-92) und als Mitglied der Struktur- und Berufungskommission an der Universität Potsdam (1993). Von 1989-1994 war Gisela Jacobasch Mitglied der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität, ihr oblag die Leitung der Promotionskommission für Naturwissenschaftler im Bereich Medizin (Charité).

Gisela Jacobasch wurde im Jahr 1997 zum Mitglied der Leibniz-Sozietät gewählt. Durch ihre langjährige Tätigkeit im erweiterten Präsidium, ihre Vorträge und ihre aktive Mitwirkung in den Klassen- und Plenarsitzungen trug sie wesentlich zum wissenschaftlichen Meinungsstreit in der Sozietät bei. Das betraf biologische und medizinische Fragen, aber auch allgemeine gesellschaftliche Probleme wie den Schutz der Natur. Mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement zu den Ursachen und Folgen des Bienensterbens half sie mit, schädliche Eingriffe des Menschen in die Natur zu reduzieren.

Ihre wissenschaftlichen Leistungen schlagen sich nieder in etwa 240 wissenschaftlichen Publikationen, sieben Patenten sowie fünf Monographien, Büchern oder Buchbeiträgen in Handbüchern.

Mit Hochachtung und Dank werden wir Gisela Jacobasch in Erinnerung behalten.

Johann Gross

21. Oktober 2026

Bericht zum Vortrag von Dr. Olaf Hellmuth „Was treibt unser Wetter an? Ein phänomenologischer Exkurs“

Hans-Christoph Hobohm Plenum

Dr. Olaf Hellmuh, MLS im Plenum der Leibniz-Sozietät (Foto: G.Pfaff).

Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin veranstaltete ihre öffentliche Oktober-Plenarveranstaltung am 8.10.2026 zum Thema „Was treibt unser Wetter an? Ein phänomenologischer Exkurs“.

Referent hierzu war Dr. Olaf Hellmuth, dessen Fokus in der Forschung auf den Gebieten Physik der Atmosphäre und Hygrometrie liegt. Die Veranstaltung fand im Ratssaal des Historischen Rathauses Berlin-Friedrichshagen statt.

Einleitend begrüßte Gerda Haßler, Präsidentin der Leibniz-Sozietät, die Teilnehmenden und stellte den Referenten vor. Olaf Hellmuth absolvierte von 1978 bis 1979 eine Berufsausbildung zum Feinmechaniker im VEB Carl Zeiss Jena. 1979 nahm er eine fliegerische Ausbildung an der Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der NVA auf. Von 1980 bis 1987 studierte er Physik und Meteorologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er 1985 das Diplom und 1987 die Promotion A zur satellitengestützten Parametrisierung der Feuchtkonvektion erwarb. Von 1987 bis 1990 war Olaf Hellmuth als Synoptiker und Satellitenmeteorologe in der Zentralen Flugwetterwarte der NVA tätig. 1990 und 1991 arbeitete er als Fernerkundler am Institut für Kosmosforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR. Später führte er diese Tätigkeit in gleicher Funktion in einem Ingeniuerbüro für Geoinformatik sowie als freiberuflicher Gutachter für umweltmeteorologische Fragestellungen aus. Von 1996 bis zu seinem Ruhestand 2024 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS) in Leipzig mit den Arbeitsschwerpunkten Grenzschicht-, Aerosol- und Wolkenphysik. Seit 2025 beschäftigt er sich als „Citizen Scientist“ mit der Bestimmung der Verdunstung im Rahmen des Umwelt- und Naturschutzes. Seit 2017 ist Olaf Hellmuth Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.

Der Vortrag von Olaf Hellmuth stellte ausgehend vom Modell der „Photonenmühle Erde“ (Ebeling, 1989) im ersten Teil die Einbettung des irdischen Wettergeschehens in die kosmische Energiekaskade, welche die Evolution antreibt, dar.

Im zweiten Teil des Vortrages wurde anhand von Folgerungen aus dem 1. Hauptsatz der Thermodynamik und dem 2. Newtonschen Axiom in einem rotierenden Bezugssystem das System der Allgemeinen Zirkulation der Erde phänomenologisch abgeleitet. Auf dieser Grundlage wurden das für seine globalen Auswirkungen bekannte Wetterphänomen El Nino sowie die als „Omega-Lage“ und „Vb-Lage“ bekannten Hochdruck- und Tiefdruckgebiete erläutert, die mit extremen Hitzewellen bzw. Starkniederschlägen in Europa verbunden sind. Anhand von bekannten Befunden aus der atmosphärischen Wellentheorie wurde dargelegt, wie die Persistenz solcher Extremwetterlagen durch den meridionalen Temperaturgradienten zwischen Äquator und Pol beeinflusst wird.

Im dritten Teil des Vortrages wurden die Grundlagen der Numerischen Wettervorhersage sowie die Besonderheiten und Konsequenzen erläutert, die sich (a) aus dem Parametrisierungsproblem und (b) dem „Lorenz-Charakter“ (Lorenz, 1963) der zugrundeliegenden Modellgleichungen ergeben. Letzterer wurde anhand des Ersatzmodells des sogenannten Lorenzschen Wasserrades illustriert. Der Vortrag endete mit einem Ausblick auf das Potential der „Künstlichen Intelligenz“ für die Wettervorhersage.

Das starke Interesse der Teilnehmenden an den Ausführungen von Olaf Hellmuth bestätigte sich durch die nachfolgende intensive Diskussion.

Gerhard Pfaff

Screenshot
21. Oktober 2026

Störung der Website

Hans-Christoph Hobohm Allgemein

Ca. eine Woche war die Website jetzt gestört. Grund war offensichtlich ein Virenbefall. Dieser veranlasste uns zu einem Umzug auf einen Server eines anderen Anbieters. Dort musste alles neu eingerichtet werden.

Wir bitten um Entschuldigung und danken unserem Technikteam für die sorgfältige und prompte Lösung des Problems!.

Die Meldungen der letzten Woche werden jetzt peu-à-peu nachgetragen.

12. Oktober 2026

Gründung des ersten Akademie-Industrie-Komplexes der DDR im Jahr 1976: „Arzneimittelforschung“. Prof. Dr. Erhard Göres, einer der Mitbegründer, verstarb am 27.9.2026

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Mitteilungen, Nekrologe Göres.E, Oehme.P, Scheler.W

Hauptlaborgebäude des IWF in Berlin Friedrichsfelde (Bild bearb. von Reinhard Ferdinand – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69674156)

Die Gründung des ersten Akademie-Industrie-Komplexes (AIK) hat eine Vorgeschichte. 1972 zogen die Peptidpharmalogen und Peptidchemiker vom „überfüllten“ Bucher Medizincampus auf das bessere Entwicklungsmöglichkeiten bietende Akademiegelände in Berlin-Friedrichsfelde. Das wurde Basis für das Anfang 1976 gebildete Akademieinstitut für Wirkstoffforschung (IWF) unter dem Direktorat von Prof. Dr. Peter Oehme. Gleichfalls ab 1972 wurden auf dem Akademiegelände Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der pharmazeutischen Industrie “angesiedelt“. Mit der damit verbundenen Erweiterung wurde Anfang 1976 daraus das Institut für pharmakologische Forschung (IPhF) des Kombinates Germed gebildet. Gründungsdirektor wurde Prof. Dr. Erhard Göres, der wie Oehme, gleichfalls aus der pharmakologischen „Jung-Schule“ entstammte (Friedrich Jung 1915-1997). Zuvor war Göres als Professor für Klinische Pharmakologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. Im März des gleichen Jahres wurden dann im IWF-Speisesaal die Gründungsdokumente für den ersten AIK der DDR unterzeichnet. Unterzeichner waren der Generaldirektor des Kombinates Germed, Werner Hohtanz sowie der damalige Direktor des Forschungszentrums für Molekularbiologie und Medizin und spätere Präsident der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW), Prof. Dr. Werner Scheler. WEITER

11. Oktober 2026

Neue Publikation unserer Mitglieder Wolfgang Hofkirchner, Hans-Jörg Kreowski, Gerhard Pfaff und Christian Stary

Hans-Christoph Hobohm Ehrungen, Mitglieder, Publikationen Fischbach.R, Fuchs-Kittowski.K, Fuchs.C, Hofkirchner.W, Kreowski.H-J, Niemann.H, Pfaff.G, Segert.D, Stary.Ch

Frank Fuchs-Kittowski / Wolfgang Hofkirchner / Hans-Jörg Kreowski / Gerhard Pfaff / Christian Stary (Hrsg.): Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden – Verantwortung für eine menschenwürdige Technik- und Gesellschaftsentwicklung. Berlin: trafo Wissenschaftsverlag, 2026. 286 S.; 28,80 EUR; ISBN 978-3-86464-292-0

In der Präambel der 1945 verabschiedeten UN Charta erklären die Unterzeichnerstaaten – inzwischen fast alle in der Welt – die Menschheit vor der Geißel des Krieges zu bewahren. Die Vereinten Nationen haben dieses Ziel bis heute nicht verwirklichen können. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat es weit über 100 Kriege auf der Erde gegeben. Von den aktuell stattfindenden bewaffneten Konflikten mit teils hohen Opferzahlen sind der Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine und der Krieg Israels und der Vereinigten Staaten von Amerika gegen den Iran besonders gefährlich, weil sie weltweit gravierende Auswirkungen haben und die Gefahr der Ausweitung in sich bergen. Beide Kriege zeigen zumal gegenüber früheren Kriegen einen gewaltigen Wandel in der bevorzugt eingesetzten Waffentechnologie. So werden von allen Kriegsparteien täglich Hunderte bewaffnete Drohnen abgefeuert – eine Waffe, die es ohne moderne Informationstechnik nicht gäbe. Auch spielen – weniger offensichtlich – digitalisierte Ausspähung, Überwachung und Kriegsplanung eine immer bedeutendere Rolle.

Der hier vorgelegte Band dokumentiert das Kolloquium „Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden – Verantwortung für eine menschenwürdige Technik- und Gesellschaftsentwicklung“, das am 14. März 2025 in Berlin stattfand und vom Arbeitskreis „Emergente Systeme, Information und Gesellschaft“ der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), von The Institute for a Global Sustainable Information Society (GSIS) und vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) anlässlich des 90. Geburtstages von Klaus Fuchs-Kittowski veranstaltet wurde. Die Beiträge diskutieren moderne Waffen- und Kriegstechnik sowie verschiedene Szenarien im Kontext von Krieg und Frieden, aber auch Auswege hin zum Frieden in der Welt, wie sie beispielsweise die Idee des Digitalen Humanismus weist.

Aus dem Inhaltsverzeichnis:

Frank Fuchs-Kittowski, Wolfgang Hofkirchner, Hans-Jörg Kreowski, Gerhard Pfaff, Christian Stary: Editorial

Hans-Jörg Kreowski: Die Digitalisierung des Kriegs

Rainer Rehak: Der Mythos der „gezielten Tötung” – Zur Verantwortung von KI-gestützten Zielsystemen am Beispiel „Lavender“

Wolfgang Hofkirchner: Imperative einer Friedenslogik für die Schicksalsgemeinschaft der Menschheit

Klaus Fuchs-Kittowski: Wider den Geist einer geistlosen Zeit, die Macht der Computer und die Zerstörung der Vernunft – Verantwortung für eine menschenwürdige Technik- und Gesellschaftsentwicklung

Christian Fuchs: Klaus Fuchs-Kittowskis Radikaler Digitaler Humanismus: Ein kritischer Ansatz im Forschungsbereich Informatik und Gesellschaft

Christian Stary: Das Wechselverhältnis von digitaler Transformation und Informations- und Wissensgenerierung

Dieter Segert: Protest gegen Aufrüstung und Krieg – Fragen zu seiner politischen Wirkung

Heinrich Niemann: Nach der Pandemie – Lehren und Fragen aus ärztlicher Sicht

Joachim Wernicke: NATO-Osterweiterung seit 1989: Äußerer Eingriff und Wirtschaftszerstörung – BRD gegen DDR sowie 2+4-Vertrag

Rainer Fischbach: Das Titanic-Syndrom:  Fehlsteuerung in Technik und Politik

Marianne Linke: Wie greifen Kriege in die Umwelt ein?

Gerhard Pfaff: Wanderer zwischen Naturwissenschaft, Informatik und Philosophie – Laudatio für Klaus Fuchs-Kittowski

Christiane Floyd: „Inmitten der Brandung“ – Laudatio für Klaus Fuchs-Kittowski

Klaus Fuchs-Kittowski: Replik des Gewürdigten: Philosophie – Bio-Kybernetik – Informatik

10. Oktober 2026

Arbeitskreis Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung diskutiert über Sándor Petöfi und Ferdinand Lassalle

Hans-Christoph Hobohm Arbeitskreise, Vormärz und 48er Revolutionsforschung Hofmann.J, Melis.F

Die Mitglieder und ständigen Gäste des Arbeitskreises Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung trafen sich am 28. September 2026 zu einer Arbeitsberatung. Zunächst stand der Austausch über den Stand der Arbeiten an den geplanten und angekündigten Aufsätzen auf der Tagesordnung. Neben fünf bereits eingereichten Entwürfen liegen für den geplanten Band weitere 13 Zusagen und Absichtserklärungen vor.

Sándor Petőfi (1822-1880, Gemälde von Soma Orlai Petrich, Ung. Nationalgalerie)

Diskutiert wurde der Aufsatz von François Melis über den ungarischen Revolutionär und Nationaldichter Sándor Petöfi (1823-1849). Petöfi gehörte neben dem Rechtsanwalt und Politiker Lajos Kossuth (1802-1894) zu den einflussreichsten Persönlichkeiten im Revolutionsgeschehen in Ungarn. Mit seinen Gedichten trug er wesentlich zur Förderung des ungarischen Nationalbewusstseins und der revolutionären Aufbruchsstimmung bei. Obwohl er unter den Zeitgenossen in Europa damals weithin bekannt war, ist die Erinnerung an ihn in Westeuropa später verblasst. In Ungarn hat sich hingegen sein Ruf als Nationalheld erhalten. Der Beitrag wird helfen, den vorwiegend westeuropäischen Blick auf die Revolution von 1848/49 nach Osten zu erweitern.

Zur Diskussion stand außerdem ein Aufsatz über Ferdinand Lassalle und die Neue Rheinische Zeitung sowie dessen teilweise konfliktbehaftetes Verhältnis zu Karl Marx und Friedrich Engels. Auf der Basis zahlreicher Quellen konnten bisherige einseitige Urteile der historischen Überlieferung korrigiert bzw. präzisiert werden. Die Teilnehmer der Beratung schlugen dem Autor F. Melis vor, diese neuen Erkenntnisse für einen auf die Revolutionszeit konzentrierten Beitrag für den neuen Band aufzubereiten.

Die nächste Arbeitsberatung ist für den Dezember 2026 vorgesehen.

Jürgen Hofmann

9. Oktober 2026

Band 169 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät jetzt verfügbar

Nina Hager Sitzungsberichte Behrendt.LD, Busch.U, Haßler.G, Hofmann.J, Keßler.M, Kocka.J, Segert.D, Thomas.M

Band 169/2026 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät ist jetzt verfügbar.

Band 169/2026 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät ist jetzt verfügbar.

Thema:

Wer und was bewegt Geschichte?

Kolloquium in Erinnerung an Wolfgang Küttler am 24. April 2026

Herausgegeben von Jürgen Hofmann, Mario Keßler und Dieter Segert

Mit Beiträgen von Ulrich Busch, Lutz-Dieter Behrendt, Gerda Haßler, Jürgen Hofmann, Mario Keßler, Jürgen Kocka, Dieter Segert, Michael Thomas

Mit Beiträgen von Ulrich Busch, Lutz-Dieter Behrendt, Gerda Haßler, Jürgen Hofmann, Mario Keßler, Jürgen Kocka, Dieter Segert, Michael Thomas

Sitzungsberichte Bd 169/2026

Sitzungsberichte Bd 169/2026

Mit Beiträgen von Ulrich Busch, Lutz-Dieter Behrendt, Gerda Haßler, Jürgen Hofmann,

Inhalt

Jürgen Hofmann, Mario Keßler, Dieter Segert: Vorwort

Gerda Haßler: Grußwort zum Erinnerungskolloquium für Wolfgang Küttler

Lutz-Dieter Behrendt: Wolfgang Küttler zum 90.

Jürgen Kocka: Wolfgang Küttler und der deutsch-deutsche Geschichtsdiskurs. Persönliche Bemerkungen

Jürgen Hofmann: Wohin treibt die Geschichte? Formationstheoretische und methodologische Überlegungen bei Wolfgang Küttler

Mario Keßler: Was war die Sowjetunion und wohin trieb sie? Wolfgang Küttlers Formationsanalyse und Lenins Sowjetunion – im Wirbel historischer Ereignisse

Dieter Segert: Der Begriff des Revolutionszyklus, die historische Einordnung der russischen Revolution von 1917 und der Aufbruch in der DDR im Herbst 1989

Ulrich Busch: Die Entwürfe von Karl Marx für eine Antwort an Vera Sassulitsch aus dem Jahr 1881 und die aktuelle Diskussion über den Kommunismus

Michael Thomas: Wolfgang Küttler – Als dankbare Erinnerung an langjährige Zusammenarbeit und Aufnahme einer nicht mehr behandelten gemeinsamen Frage

5. Oktober 2026

Band 171 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät jetzt verfügbar

Nina Hager Sitzungsberichte Burkhardt.C, Greiling.R-O, Hasenstab-Riedel.S, Hilgers.Ch, Jeremias.E-P, Labusch.Ch, Mertzsch.N, Methling.W, Müller.A, Ölmez.J, Pfaff.G, Wenke.A, Yildrim Ayyildiz.M

Band 171/2026 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät ist jetzt verfügbar.

Band 171/2026 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät ist jetzt verfügbar.

Thema:

Rohstoffe und Energiebereitstellung:
Innovative Ansätze und Strategien für eine gesicherte und zukunftsfähige Energieversorgung

Kolloquium der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften am 18. März 2026

Herausgegeben von Reinhard O. Greiling, Christoph Hilgers, Axel Müller & Gerhard Pfaff

Mit Beiträgen von Carlo Burkhardt, Reinhard O. Greiling, Sebastian Hasenstab-Riedel, Christoph Hilgers, Ernst-Peter Jeremias, Christina Labusch, Norbert Mertzsch, Wolfgang Methling, Axel Müller, Jasemin A. Ölmez, Gerhard Pfaff, Axel A. O. Wenke, Melike Yildirim Ayyildiz

Sitzungsberichte Bd 171/2026

Sitzungsberichte

Inhalt

Reinhard O. Greiling, Christoph Hilgers, Axel Müller, Gerhard Pfaff: Vorwort

Wolfgang Methling: Rede zur Eröffnung 5. Rohstoffkolloquium der Leibniz-Sozietät

Christoph Hilgers, Melike Yildirim Ayyildiz, Jasemin A. Ölmez: Rohstoff- und Energiebereitstellung: Strategien im geopolitischen Kontext

Christina Labusch: Energetische Verwertung als Baustein einer nachhaltigen Abfallwirtschaft

Axel A. O. Wenke, Johannes Böcker, Christoph Boermann, Matthias Berling, Matthias Determann, Volker Köhler, Katja Krause, Jakub Kokinda, Silvio Lehmann, Thomas Mozer, Bianca D. Neumann, Folker Ruhe, Joachim Sluet, Dominik Soyk, Kerstin Todte, Maximilian Zindel: Altmark Lithium Extraktion – Neuentwicklung einer lithiumhaltigen Solelagerstätte im Altmark-Gasfeld, Sachsen-Anhalt, Deutschland

Sebastian Hasenstab-Riedel: Reaktiv-ionische Flüssigkeiten für eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen

Ernst-Peter Jeremias, Norbert Mertzsch, Gerhard Pfaff: Energie- und Mobilitätswende als Rohstoffwende: Warum eine reine 1:1-BEV-Elektrifizierung nicht ausreicht und Batterierecycling zur Systembedingung wird

Melike Yildirim Ayyildiz, Jasemin A. Ölmez, Christoph Hilgers: Rare Earths and European Supply Resilience: Lessons from Project Development Timelines and International Strategies

Carlo Burkhardt: Recycling von Seltene-Erden-Magneten des Nd-Fe-BTyps: Herausforderungen und Lösungen

Axel Müller: Vom Quarz zum Solarmodul: Momentane Herausforderungen und Zukunftsperspektiven dereuropäischen Silizium-Wertschöpfungskette

Axel Müller: Belebung der Uranwirtschaft

4. Oktober 2026

Band 170 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät jetzt verfügbar

Nina Hager Sitzungsberichte Busch.U, Haßler.G, Hobohm.H-Ch, Knopper.F, Luft.Ch., Röseberg.D, Thomas.M, Vatter.C

 

Band 170/2026 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät ist jetzt verfügbar.

Thema:

Ökonomische Rationalitäten und kulturelle Ordnungen im Wandel gesellschaftlicher Prozesse

Beiträge aus dem Ehrenkolloquium für Dorothee Röseberg und Ulrich Busch vom 11. Juni 2026

Herausgegeben von Gerda Haßler und Hans-Christoph Hobohm

Mit Beiträgen von Ulrich Busch, Gerda Haßler, Françoise Knopper, Christa Luft, Dorothee Röseberg, Michael Thomas, Christoph Vatter

Mit Beiträgen von Ulrich Busch, Gerda Haßler, Françoise Knopper, Christa Luft, Dorothee Röseberg, Michael Thomas, Christoph Vatter
Sitzungsberichte Bd 170/2026

Sitzungsberichte Bd 170/2026

Inhalt

Gerda Haßler, Hans-Chrisoph Hobohm: Vorwort

Gerda Haßler: Grußwort zum Ehrenkolloquium für Ulrich Busch und Dorothee Röseberg

Christa Luft: Für Ulrich Busch zum 75. Geburtstag

Michael Thomas: Von Humboldt zu Leibniz – Selbstbewusst trotz Ausgrenzung: Eine Laudatio für Ulrich Busch anlässlich seines 75. Geburtstages

Françoise Knopper: Laudatio: Frankreich und Dorothee Röseberg

Christoph Vatter: Le Franco-Allemand révisité. Deutsch-französische Kulturbeziehungen und soziales Imaginieren zwischen Versöhnungsnarrativ und Zukunftsentwurf

Ulrich Busch: Zur Interdependenz von Ökonomie und Kultur

Dorothee Röseberg: Kulturwissenschaft und Interdisziplinarität. Von Alteritätserfahrungen zu neuen Denkräumen

Gerda Haßler: Kulturelles Kapital, ökonomische Rationalität und kulturelles Übersetzen. Zur Dynamik eines verflochtenen gesellschaftlichen Gefüges

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