Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
begründet 1700 als Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften
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13. Januar 2026

Prof. Dr. Michael Hupfer (MLS) ist seit 1.1.2026 neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL)

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder Hupfer.M

Prof. Dr. Michael Hupfer, MLS (Foto: IGB)

Mit Beginn diesen Jahres ist Michael Hupfer neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL). Die DGL ist eine der wichtigsten nationalen Fachgesellschaften für die Forschung an Binnengewässern sowie an der Schnittstelle zur Wasserwirtschaft.

Michael Hupfer ist Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe Biogeochemische Prozesse in Sedimenten und Seenrestaurierung am IGB (Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Standort Müggelsee). Als Präsident der DGL betont er in einem Interview wie wichtig das Thema Wasser in Zukunft sein wird:

Wasserbezogene Katastrophen nehmen zu, ebenso wie stoffliche Belastungen und die Fremdnutzung von Wasserressourcen. In unserer Region haben wir besonders wenig Niederschlag. Vieles ist seit langem bekannt, findet aber trotzdem oft keinen angemessenen Widerhall in Management und Politik. Das kann frustrierend sein. Was meiner Erfahrung nach hilft, ist sich zu positionieren und für eine Sache beharrlich zu werben. Man sollte nicht gleich aufgeben, sondern argumentieren, Vertrauen aufbauen und Fachleute in den Behörden unterstützen. Das kostet Wissenschaftler*innen Zeit und ein Engagement, die im geltenden wissenschaftlichen System nicht sichtbar sind und nicht belohnt werden. (Quelle: IGB)

Die Leibniz-Sozietät wünscht ihrem Mitglied viel Erfolg für die neue Aufgabe!

Klenner-cropped
5. Januar 2026

Wir gratulieren unserem Mitglied Prof. Dr. Hermann Klenner zum 100. Geburtstag!

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Personalia

Sehr geehrter, lieber Herr Kollege Klenner,

zu Ihrem 100. Geburtstag übermittelt Ihnen die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin ihre herzlichsten Glückwünsche. Hundert Jahre – das ist eine Lebensspanne, die nicht nur Respekt einfordert, sondern in Ihrem Fall auch Staunen hervorruft: Staunen darüber, wie ungebrochen klar, wie unerschrocken präzise und wie geistreich pointiert Sie bis heute in die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten eingreifen.

Sie haben das seltene Talent, philosophische Schärfe mit juristischer Genauigkeit zu verbinden – und beides mit einer humanistischen Haltung, die nie modisch, sondern immer notwendig war. Ihre Arbeiten zur Rechtsphilosophie, zur Geschichte der Menschenrechte und zur Dialektik des Rechts gehören längst zum festen Bestand des kritischen Denkens in Deutschland und weit darüber hinaus. Generationen von Forschenden haben an Ihren Texten gelernt, dass intellektuelle Redlichkeit und argumentative Eleganz keine Gegensätze sind.

Für die Leibniz-Sozietät waren und sind Sie weit mehr als ein Mitglied: Sie sind ein Orientierungspunkt. Ein Gelehrter, der zeigt, dass wissenschaftliche Autorität nicht aus Lautstärke entsteht, sondern aus Haltung. Und ein Kollege, der mit feinem Humor und unbestechlicher Urteilskraft immer wieder Maßstäbe gesetzt hat.

Zu Ihrem 100. Geburtstag danken wir Ihnen für Ihr Lebenswerk, für Ihre unbeirrbare Stimme und für die inspirierende Klarheit, mit der Sie uns bis heute begleiten. Möge dieser Tag Ihnen Freude bereiten – und möge Ihr Denken weiterhin wirken, wie es das seit Jahrzehnten tut: anregend, herausfordernd und befreiend.

Mit größter Hochachtung und herzlichen Grüßen
Gerda Haßler

31. Dezember 2025

Neue Publikation unseres Mitglieds Johannes W. Dietrich

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Publikationen Dietrich. J-W

Hoermann, Rudolf/Dietrich, Johannes W. (Hrsg.) (2025): Hypothyroidism – A Paradigm Shift. Singapur, Springer Singapore. XXIII, 178 Seiten. 25 Abb. – Hardcover ISBN: 978-981-96-3681-5 (EUR 149,79), Softcover ISBN: 978-981-96-3684-6, eBook ISBN: 978-981-96-3682-2 (EUR 117,69). DOI: 10.1007/978-981-96-3682-2.

Dieses Werk bietet eine umfassende Darstellung der Regulation der Hypothalamus‑Hypophysen‑Schilddrüsen‑Achse und der Homöostase des Schilddrüsensystems. Es entwickelt einen konzeptionellen Rahmen, der neue Perspektiven auf die Diagnose und Behandlung der Hypothyreose eröffnet und zugleich bestehende therapeutische Ansätze kritisch hinterfragt. Besonderes Augenmerk gilt Patientinnen und Patienten, die trotz etablierter Levothyroxin‑Therapie weiterhin Symptome zeigen. Diese bislang wenig verstandene Konstellation, die in der Literatur als Syndrom T oder SORSHOT bezeichnet wird, erfährt aktuell ein zunehmendes wissenschaftliches Interesse.

Die einzelnen Kapitel führen systematisch in die Grundlagen und klinischen Aspekte der Hypothyreose ein – von Definition und Pathophysiologie über typische klinische Präsentationen bis hin zu Mechanismen der endokrinen Regulation. Thematische Schwerpunkte liegen unter anderem auf dem Jodstoffwechsel, der Schilddrüsenhormonsignalisierung sowie den komplexen Rückkopplungsprozessen innerhalb der Hypothalamus‑Hypophysen‑Schilddrüsen‑Achse. Beiträge ausgewiesener Fachautorinnen und ‑autoren zeigen, wie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in diagnostische und therapeutische Überlegungen einfließen können und welche Faktoren erklären, warum manche Betroffene auf Standardbehandlungen unzureichend ansprechen.

Das Buch richtet sich an Medizinerinnen und Mediziner, Forschende und klinisch tätige Fachkräfte mit Interesse an Schilddrüsenerkrankungen. Es eignet sich ebenso für Allgemeinmediziner sowie für informierte Patientinnen und Patienten, die ein vertieftes Verständnis der Erkrankung anstreben. Für angehende Endokrinologinnen und Endokrinologen bietet es eine fundierte Einführung, die sowohl curricularen Anforderungen entspricht als auch aktuelle Entwicklungen der Schilddrüsenforschung berücksichtigt. Insgesamt stellt das Werk eine differenzierte Ressource für alle dar, die sich mit der Verbesserung der Versorgung im Bereich der Endokrinologie befassen.

30. Dezember 2025

Bericht über das Raumfahrthistorische Kolloquium 2025

Hans-Christoph Hobohm Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum-, Astrowissenschaften Spahn.F, Spänkuch.D

Das Raumfahrthistorische Kolloquium 2025 von Stiftung Planetarium Berlin, der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V., der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt Lilienthal-Oberth e. V. und dem Sächsischen Verein für historisches Fluggerät e.V. fand am 29.11. wie stets in der Archenhold-Sternwarte statt, diesmal aber wegen technischer Schwierigkeiten nicht im historischen Einstein-Saal, sondern im Kleinen Hörsaal. Organisiert wurde es auch diesmal von Dr. Christian Gritzner (DGLR Lilienthal-Oberth e. V.), Dr. Olaf Przybilski (Sächsischer Verein für historisches Fluggerät e. V.) und MLS Dietrich Spänkuch. Letzterer begrüßte die knapp 50 Teilnehmer, ausdrücklich auch im Namen der Stiftung Planetarium Berlin. Nach Erläuterung der zukünftigen Publikationspolitik, die am Ende des Berichts ausführlich erörtert wird, eröffnete er die Vormittagssitzung. WEITER

24. Dezember 2025

Bericht vom Dezember Plenum

Hans-Christoph Hobohm Plenum Kaschke.M

Vermessung des Augenhintergrundes mit Optischer Kohärenztomographie
Vermessung des Augenhintergrundes mit Optischer Kohärenztomographie

Bericht zum Vortrag von Prof. Dr. Michael Kaschke „Digitalisierung in Medizintechnik und Gesundheitsversorgung“

Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin veranstaltete ihre öffentliche Dezember-Plenarveranstaltung am 11.12.2025 zum Thema „Digitalisierung in Medizintechnik und Gesundheitsversorgung“.

Referent hierzu war Prof. Dr. Michael Kaschke (MLS), der vor allem durch seine wissenschaftlichen Beiträge auf den Gebieten Medizin- und Halbleitertechnik sowie Optoelektronik bekannt ist. Die Veranstaltung fand im historischen Ratssaal des Rathauses Berlin-Friedrichshagen statt. WEITER

Szene vom Weihnachtsmarkt in Potsdam (Foto Haßler)
20. Dezember 2025

Gruß zum Jahresausklang

Hans-Christoph Hobohm Mitteilungen Haßler.G

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Förderer und Freunde der Leibniz-Sozietät,

ein bewegtes Jahr liegt hinter uns. Wir haben wissenschaftliche Vorträge gehört, Publikationen herausgegeben und neue Mitglieder aufgenommen, die unsere Gemeinschaft bereichern. Dabei wurde deutlich, dass die Stärke der Leibniz-Sozietät nicht allein in den einzelnen Leistungen liegt, sondern im Zusammenwirken vieler Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Die Gründergeneration hat mit Mut und Weitsicht die Grundlagen geschaffen, auf denen wir heute stehen. Die mittlere Generation trägt durch ihre kontinuierliche Arbeit und ihr organisatorisches Engagement die Sozietät im Alltag. Und die jüngeren Mitglieder bringen neue Perspektiven, Themen und Methoden ein, die unsere Arbeit lebendig halten und in die Zukunft führen. Dieses Miteinander über Generationen hinweg ist ein besonderes Kennzeichen unserer Sozietät und macht sie zu einem Ort des produktiven Austauschs und der kollegialen Verbundenheit.

Für Ihren Einsatz, Ihre Treue und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, danke ich Ihnen sehr herzlich. Das ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder und Partner ist die Grundlage unserer Erfolge und gibt uns die Kraft, auch in schwierigen Zeiten optimistisch nach vorn zu blicken.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie für das neue Jahr Gesundheit, Kraft und Erfolg bei Ihren wissenschaftlichen Vorhaben – und persönliches Glück.

Mit herzlichen Grüßen und in kollegialer Verbundenheit

Gerda Haßler

Beitragsbild: Szene vom Weihnachtsmarkt in Potsdam (Foto Haßler)

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18. Dezember 2025

Arbeitskreis „Energie-Mensch-Zivilisation“ zur Klimapolitik

Hans-Christoph Hobohm Energie, Mensch und Zivilisation Jeremias.E-P, Mertzsch.N

Zusammenfassung einer Arbeitskreis-internen Fachdiskussion des AK EMZ zum Thema „Klimapolitik Deutschlands im November 2025“ am 25.11.2025

Die klimapolitische Lage Deutschlands im November 2025 ist von einem deutlichen Spannungsfeld zwischen langfristig ambitionierten Zielen und einer vorsichtigeren Umsetzung geprägt. Zwar bestätigt die schwarz-rote Bundesregierung weiterhin die Klimaneutralität bis 2045, doch die politischen Prioritäten haben sich verschoben: Klimaschutz ist nicht mehr dominierendes Reformprojekt, sondern eines von mehreren Politikfeldern. Der strategische Kurs setzt stärker auf „Technologieoffenheit“ und längere fossile Brücken, während verbindliche Zwischenpfade und klare Steuerungsinstrumente abgeschwächt wurden. Die Chancen für eine Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft auf zukunftsfähige Klimatechnologien im globalen Wettbewerb werden durch das Festhalten an traditionellen, global überholten Wirtschaftsstrategien geopfert. WEITER

1848-Barrikaden-Szene
15. Dezember 2025

Bericht zur Sitzung des AK Vormärz und 1848er Revolution

Hans-Christoph Hobohm Arbeitskreise, Vormärz und 48er Revolutionsforschung Hofmann.J

Arbeitskreis Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung startet mit Arbeiten für den Band 8 der „Männer und Frauen der Revolution“

Die Mitglieder und ständigen Gäste des Arbeitskreises Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung berieten am 8. Dezember 2025 über Vorschläge und Angebote für den neuen Band 8 der „Männer und Frauen der Revolution 1848/49“. Es bestand Einvernehmen, die traditionsreiche Reihe fortzusetzen. Die Beteiligten wurden gebeten, im Vorfeld der nächsten Arbeitsberatung ein Exposé ihrer geplanten Beiträge einzureichen.

Die Reihe macht es sich weiterhin zur Aufgabe, bisher unbekannte oder wenig bekannte Akteurinnen und Akteure der Revolutionsjahre 1848/49 vorzustellen, sowie zu bereits bekannten Namen neues Material zu erschließen und differenzierte Einblicke zu ermöglichen. Eine besondere Herausforderung erwächst aus Biografien von Frauen und von Angehörigen der Unterschichten, von denen oft nur wenige bzw. keine Quellen überliefert sind.

Der Arbeitskreis wird sich erneut auf die Mitwirkung zahlreicher Gäste stützen können. Die nächste Arbeitsberatung ist für den April 2026 vorgesehen.

Jürgen Hofmann

(zum Beitragsbild: „Erinnerung an den Befreiungskampf in der verhängnisvollen Nacht 18.-19. März 1848“, Kreidelithographie, koloriert, gedruckt im Verlag Winckelmann, Eigenth. v. C. Glück, Berlin, Signatur rechts unten nicht lesbar, wohl Blatt II, post-1848 und zeitgenössisch (genaues Datum unbekannt), gescannt von User:APPER, siehe https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/MRY6LN4XHOSUJMQMOUHQGDPGMCJBMYGN“ gemeinfrei via Wikipedia)

11. Dezember 2025

INTERNETZEITSCHRIFT Leibniz Online, Nr. 59 (2025)

Nina Hager Leibniz Online Arndt.A, Busch.U, Gunga.H-C, Jakupec.V, John.A, Mehboob.K, Mehboob.R, Mehboob.Z, Mertzsch.N, Oehme.P, Pfaff.G, Schumann.M, Wischer.I

R


Jahrgang 2025 ● Nummer 59

DOI: 10.53201/LEIBNIZONLINE59

R

Peter Oehme, Riffat Mehboob, Akash John, Gerhard Pfaff, Zeeshan Mehboob, Khurram Mehboob: Substance P – from regulide to health medicine: With focus on respiratory diseases, post-Covid syndrome, wound healing, pain, stress and the climate change

Michael Schumann: Etappen der Raumfahrtgeschichte im Spiegel der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Ein Streifzug durch die Literatur der Space Advocacy

Hanns-Christian Gunga: Der Berliner Physiologe Nathan Zuntz (1847–1920) und seine Bedeutung für die Geschichte der Höhen- und Luftfahrtmedizin

Andreas Arndt: Barbarei und Kultur. Hegel über die Abgründigkeit der Moderne

Viktor Jakupec: The EU–US Trade Agreement as a Zero-Sum Game: From Autonomy to Capitulation

Ilse Wischer: Die Geschichte der englischen historischen Linguistik in Deutschland und den deutschsprachigen Nachbarländern

Norbert Mertzsch: Entwicklungstendenzen bei nichtmetallisch-anorganischen Baustoffen

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Rezensionen

Ulrich Busch: Rezension zu Friedrich Glauner: Wirtschaft als Denkform. Die Ökonomisierung der Lebenswelt

Link zu Nr. 59

9. Dezember 2025

Wörterbuch Hawaiianisch-Deutsch in überarbeiteter 4. Auflage erschienen

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Publikationen Baumgarten.W

Baumgarten, Wilfried: Wörterbuch Hawaiianisch-Deutsch. 4. überarbeitete Aufl. Hamburg: Buske, 2025. VI, 322 S. – kart. – 48,- EUR – ISBN: 978-3-69110-004-4

Dieses erste und bislang einzige hawaiianisch-deutsche Wörterbuch umfasst rund 10.000 sorgfältig recherchierte Stichwörter. Der lexikographischen Arbeit an diesem Wörterbuch wurden hawaiianische Originaltexte verschiedener Epochen aus allen Bereichen, der moderne mündliche Sprachgebrauch eingeschlossen, zugrunde gelegt. Entstanden ist ein zuverlässiges Hilfsmittel für das erste Direkt-Studium hawaiianischer Texte, ohne den mühsamen Weg über das Englische.

Das Wörterbuch erscheint damit zum ersten Mal in einem renommierten Fachverlag für Sprachwissenschaft.

8. Dezember 2025

Erneut ist eine Publikation unseres Mitglieds Viktor Jakupec im Springer Verlag in deutscher Sprache erschienen

Hans-Christoph Hobohm Publikationen Banse.G, Jakupec.V, Meier.B

Nachdem Viktor Jakupec mehr als 20 Jahre in Rahmen der Entwicklungshilfe tätig war – unter anderem in Bangladesch, China, Kirgisien, Mongolei, Montenegro, Serbien, Sri Lanka, Tadschikistan und Vietnam –, widmet er sich in seinem beruflichen „Unruhestand“ seit mehr als 15 Jahren intensiv der wissenschaftlichen Analyse der Wirkungen und Folgen von Entwicklungshilfe. Seine interdisziplinäre Expertise basiert auf der Analyse der politischen Ökonomie und konzentriert sich auf die komplexen Verstrickungen von Entwicklungshilfe, Bildungsreform sowie der Verteilung von Macht, Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen innerhalb von Organisation.

In seinen jüngeren Arbeiten widmet sich der Honorarprofessor der Universität Potsdam (seit 2006), der Deakin University, Australien, (seit 2013) und der Federation University, Australien, (seit 2025) der Politik des Russisch-Ukrainischen-Krieges, der politischen Ökonomie und des Aufstiegs des BRICS-Blocks, deren unterschiedliche Facetten er „multiperspektivisch“ beschreibt, analysiert und bewertet. Seine wissenschaftlichen Analysen erfahren international eine beachtenswerte Aufmerksamkeit, widerspiegeln sie doch eine fundierte neutrale Außensicht („Beobachter-Perspektive“) eines Akademikers ohne politische Präferenzen (in Australien lebend, aber mit familiären Wurzeln in Lemberg [ukrain. Lwiw]).

In diesem Kontext erschienen die Monographien:

–   Viktor Jakupec (2024): The West’s Response to the Ukraine War – Military Struggles, NATO Challenges, and the Reimagining of Global Politics. Springer International Publishing 2024 (siehe >> https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-031-83428-8 <<) – inzwischen auch in deutscher Sprache: Viktor Jakupec: Die Reaktion des Westens auf den Ukraine-Krieg – Militärische Herausforderungen, NATO-Probleme und die Neuordnung der globalen Politik. Springer International Publishing 2025 (siehe >> https://leibnizsozietaet.de/neue-publikation-unseres-australischen-mitglieds-viktor-jakupec/ <<).

–   Viktor Jakupec: The EU’s Strategic Dilemma in the Ukraine War: Sanctions, Military Aid, and the Struggle for Coherence in Foreign Policy. Springer International Publishing 2025 (siehe >> https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-032-01595-2 <<).

–   Viktor Jakupec: Dynamics of the Ukraine War. Diplomatic Challenges and Geopolitical Uncertainties. Springer International Publishing 2024 (siehe >> https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-031-52444-8 <<).

Nunmehr liegt auch das letztgenannte Buch in deutscher Sprache vor – herausgegeben ebenfalls von Springer International Publishing (siehe auch die Information vom 18. Februar 2024: >> https://leibnizsozietaet.de/neue-publikation-unseres-mitglieds-viktor-jakupec-2/ <<):

Viktor Jakupec: Dynamik des Ukrainekriegs. Diplomatische Hürden und geopolitische Risiken. Springer International Publishing 2025, 134 S. (siehe >> https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-032-09324-0 <<).

Diesmal geht es dem Autor insbesondere um den Zusammenhang von politischen Dynamiken, wirtschaftlichen Sanktionen und Propagandakriegen. Er betont einleitend, dass es riskant sei, ein Buch mitten im Russisch-Ukrainischen Krieg (2024!!) zu schreiben, „einem Krieg ohne absehbares Ende, insbesondere da die westliche Allianz betont, die Ukraine so lange zu unterstützen, wie es nötig ist“ (S. VII). Er will die Akteure, die Hintergründe, die Folgen und die Ereignisse des Krieges analysieren und diskutieren sowie kritisieren, während sie sich entfalten.

Interessant sind die Szenarien für eine (Nicht-)Beendigung des Krieges, die unter der Überschrift „[D]er schwer fassbare Weg zum Frieden“ behandelt werden (S. 126ff.) und am Ende des Jahres 2025 nichts an Aktualität eingebüßt haben. Deshalb darf man gespannt sein, wie sich der Russisch-Ukrainischen Konflikt weiterentwickelt, nachdem der US-Präsident Donald Trump seinen 28 bzw. 19-Punkte-Friedensplan für die Ukraine vorgelegt hat, der nun offensichtlich weiterverhandelt wird.

Viktor Jakupec verfolgt das aktuelle Geschehen ganz sicher sehr aufmerksam und er wird seine wissenschaftlichen Überlegungen daran überprüfen und (wenn erforderlich) präzisieren – bisher trafen seine Analysen aus unserer Sicht jeweils den Kern der Problematik. Auch deshalb warten wir schon gespannt auf seine nächste Publikation!

Bernd Meier (MLS) & Gerhard Banse (MLS)

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7. Dezember 2025

Bericht vom Peter Ruben-Tag

Hans-Christoph Hobohm Konferenzen Haßler.G, Segert.D

Am 6. Dezember fand in der „Hellen Panke“ eine Veranstaltung statt, die an den Philosophen Peter Ruben (1933-2024) erinnerte. Ruben studierte Philosophie an der Humboldt-Universität und war nach einer ersten Beschäftigung dort ab 1975 an der Akademie der Wissenschaften angestellt. Er wurde zum letzten, damit aber zum ersten gewählten Direktor des Zentralinstituts für Philosophie. Ruben war ein produktiver Philosoph, der sich mit dem Verhältnis von Philosophie und Naturwissenschaften beschäftigte und sich zum Thema Widerspruch und Naturdialektik habilitierte. Die Konferenz wurde unter dem Titel „Ruben-Tag“ von Prof. Dr. Ursula Goldenbaum und Prof. Dr. Dieter Segert in Zusammenarbeit mit der „Hellen Panke“ und der Unterstützung durch die Rosa-Luxemburg Stiftung organisiert. Ihr gingen Bemühungen von Prof. Dr. Hans-Christoph Rauh, der Leibniz-Sozietät, vertreten durch ihre Präsidentin und den Sekretar der Klasse SGW, eine Veranstaltung zu organisieren, voraus. Auf der Konferenz sprachen Dr. Ulrich Hedtke zum Stand der Herausgabe der Schriften von Ruben, Dr. Bruno Hartmann zum Einfluss, den Rubens Positionen zum Verhältnis von Philosophie und Physik auf die Methodik seines Unterrichts hat, Dr. habil Georg Quaas (Leipzig) zu Rubens Auffassung der Wertform ausgehend vom „Kapital“ von Karl Marx. Außerdem hielt Dr. Rainer Land einen Vortrag zu den wirtschaftspolitischen Vorstellungen Rubens in den 1980er und 1990er Jahren, Prof. Dr. Dieter Segert sprach zum Sozialismusbegriff Rubens und seiner historischen Einordnung sowie Prof. Rauh zum Konzept des von Ruben initiierten Projekts des Zentralen Forschungsplans der DDR „Der dialektische Widerspruch“, das nach dem Ausschluss des Philosophen aus der SED 1981 nicht mehr verwirklicht werden konnte.

Die Konferenz hat belegt, dass in Gestalt der Philosophie und der gesellschaftswissenschaftlichen Arbeiten Peter Rubens ein theoretisches Erbe vorliegt, das wert ist, erinnert zu werden und das für die geistige Reflexion heutiger Probleme viele Anregungen beinhaltet. Durch die online-Publikation seiner Schriften, herausgegeben von Ulrich Hedtke und Camilla Warnke, sind diese Anregungen auch leicht allen Interessierten zugänglich (Band 1: Zu den Philosophischen Grundlagen. https://peter-ruben.de/schriften/band1.pdf.; Band 2: Zu philosophischen Fragen von Wirtschaft und Gesellschaft. online als PDF; Band 3: Zu philosophischen Fragen der Naturwissenschaften. Zur Geschichte der Philosophie. online als PDF; Band 4: Peter Ruben und Camilla Warnke: Zum philosophischen Denken in der DDR. online als PDF).

Die Beschäftigung mit dem Werk und der Biografie von Peter Ruben ist relevant für die Geschichte der DDR-Philosophie, für das Verständnis ihrer Gegenstände und Konflikte als Teil der Geschichte der Philosophie in Deutschland.

Dieter Segert

(Beitragsbild KI generiert)

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